Wallfahrten in Telgte
Jährlich machen sich etwa fünfzig große Wallfahrten aus den Kirchengemeinden des Bistums Münster auf den Weg zur Schmerzhaften Mutter nach Telgte. Die Wallfahrt aus dem Nachbarbistum Osnabrück zählt zu den großen Fußwallfahrten Deutschlands.
Ebenso besuchen Zehntausende Einzelpilger und Einzelpilgerinnen die Wallfahrtskapelle mit dem Gnadenbild. Seit einigen Jahren führt auch einer der westfälischen Jakobswege durch Telgte.
Bereits im 13. Jahrhundert war das junge Telgte ein Wallfahrtsort zum Heiligen Kreuz; dokumentiert in einem Ablassbrief von 1300. Ziel der Pilger und Pilgerinnen war eine Kreuzreliquie, die im Christuskopf eines mit Silberplättchen beschlagenen Eichenholzkorpus (um 1210) eingelassen war. Beides ist noch heute in der Propsteikirche St. Clemens zu sehen.
Das 14. Jahrhundert ging als „Katastrophenjahrhundert“ in die Geschichte Telgtes ein: Hungersnöte, die Magdalenenflut, das größte Ems-Hochwasser aller Zeiten, und die Pest-Pandemie erschütterten die kleine Stadt. In der Pietà, der trauenden Gottesmutter mit dem toten Sohn auf dem Schoß, fanden die Menschen eine Identifikationsperson: Maria versteht uns und kann helfen. So verschob sich im 14. Jahrhundert in Telgte der Akzent von der Heilig-Kreuz-Wallfahrt zur Marienwallfahrt.







