Gruppenfoto (v.l.): Felix Homann und Paul Holtkamp (beide Wasser- und Bodenverband), Bürgermeisterin Katja Behrendt, Tanja Heinemann (Stadt Telgte), Ralf Alfschnieder (Flurbereinigungsbehörde der Bezirksregierung Münster), Landwirt Norbert Große Vogelsang, Julia Napp (Ingenieurbüro Greiwe und Helfmeier) und Edgar Tegelkamp (Tiefbauunternehmen Tegelkamp).© Stadt Telgte / Jäger
Ortstermin in Westbevern-Dorf: Nach rund fünf Monaten Bauzeit sind die Renaturierungsmaßnahmen auf einem 500 Meter langen Stück der Bever abgeschlossen. Alle an der Maßnahme Beteiligten freuten sich sichtlich über die gelungene Umsetzung. Zwei Altarme wurden angeschlossen, eine Hochflutrinne gestaltet, neue Aubereiche gestaltet, Baumstämme und Kiesbänke als strukturgebende Elemente eingebracht.
„Das alles ist gut für die Umwelt und für unsere Sicherheit“, sagte Bürgermeisterin Katja Behrendt. Wenn sich das Wasser verlangsame, habe man etwas für den Hochwasserschutz getan. „Hier an der Bever konnten wir das jetzt umsetzen.“ Sie forderte, weitere Gewässer im Stadtgebiet in Angriff zu nehmen. „Starkregen und Hochwasserlagen werden aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten.“
Felix Homann, Geschäftsführer des ausführenden Wasser- und Bodenverbands, wies auf ein Problem hin, das es häufig gebe: Die mangelnden Flächen. Nicht überall sei es so einfach gewesen, zielführenden Flächentausch mit den Eigentümern vorzunehmen wie in Westbevern.
Bei der Maßnahme in Westbevern ging es darum, die Ökologie der Bever zu verbessern und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen. Hierzu wurde das Gewässer in eine neue natürlichere Rinne verlegt und durch Überflutungsbereiche, Flachwasserzonen und Strömungslenker aufgewertet. Außerdem wurde ein Altarm aus der Zeit vor der Begradigung der Bever wieder angeschlossen.
Neben den positiven Eigenschaften für die Tier- und Pflanzenwelt, diene die Maßnahme auch dem Wasserrückhalt damit dem Hochwasserschutz. Hierzu wurde ein großer Bereich als Hochflutmulde hergerichtet, dieser dient als Überflutungsbereich bei Hochwasser in der Bever. In dieses entwässert auch das Regenrückhaltebecken Lütke Esch II.
Nach der Bauphase darf sich jetzt das Gewässer selbst entwickeln und seinen Lauf verändern, Sedimente verschieben und die Böschungen gestalten. All dies gehört zu der natürlichen Entwicklung des Gewässers. Bürgerinnen und Bürger sollen die renaturierte Fläche nicht betreten, damit sich dort die Natur ganz in Ruhe entfalten kann.
Die Gesamtkosten der Renaturierungsmaßnahme betrugen rund 550.000 Euro, rund 80 % waren Landesmittel (Bezirksregierung Münster), 10 % kamen von der Stadt Telgte und weitere 10 % von der Unteren Wasserbehörde des Kreis Warendorf.