Die Absperrung durch einen Baumstamm wurde mutwillig beiseite geräumt.© Stadt TelgteDie Stadt Telgte weist darauf hin, dass ein bedeutendes Bodendenkmal im Stadtgebiet derzeit unerlaubt als BMX-Parcours genutzt wird. Was auf den ersten Blick nach sportlicher Aktivität aussieht, kann für unser kulturelles Erbe jedoch erhebliche Schäden bedeuten. Die Untere Denkmalbehörde bittet daher eindringlich darum, den sensiblen Bereich zu respektieren.
Bereits am 13. März 2026 hatte die Behörde nach entsprechenden Hinweisen reagiert und im Emsauenpark die Zuwege zum Denkmalbereich der „Motte“ mit Baumstämmen abgesperrt, um die empfindlichen Bodenstrukturen vor weiterer Erosion und Beschädigung zu schützen. Bei einer Kontrolle am Dienstag, 24. März 2026, wurde jedoch festgestellt, dass die Sperren offenbar mit großem Aufwand zur Seite gerückt wurden, sodass das Gelände weiterhin befahren werden konnte.
Das Areal steht gleich doppelt unter Schutz: Es handelt sich sowohl um ein Bodendenkmal als auch um ein Naturschutzgebiet. In solchen Bereichen gilt, dass das Betreten und Befahren ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen erlaubt ist. Abseits der Wege können seltene Pflanzen geschädigt und Lebensräume geschützter Tierarten gestört werden.
Um die Regelungen noch deutlicher zu machen, wird die Stadt Telgte in Kürze zusätzliche Hinweisschilder im Bereich des Denkmals aufstellen.
Die Stadt weist außerdem darauf hin, dass Veränderungen oder Beschädigungen an Bodendenkmälern eine Ordnungswidrigkeit darstellen und nach dem Denkmalschutzgesetz NRW mit Bußgeldern geahndet werden können. Bei entsprechenden Verstößen behält sich die Stadt weitere rechtliche Schritte vor.
Man habe großes Verständnis für den Wunsch nach sportlicher Betätigung im Freien. Dafür stehe die nahegelegene Dirt-Bike-Bahn ausdrücklich zur Verfügung. Gleichzeitig müsse man aber auch Natur und Geschichte schützen, heißt es seitens der Stadt.
Die Stadt Telgte appelliert deshalb an alle Nutzerinnen und Nutzer sowie an Eltern und Angehörige, auf die Schutzwürdigkeit des Geländes hinzuweisen und die ausgewiesenen Angebote zu nutzen. Nur gemeinsam lasse sich dieses besondere Stück Natur- und Kulturgeschichte erhalten.